
Für eine andere Erinnerungskultur - und ein liebevollerer Umgang mit den Toten - auch für die Hinterbliebenen und die Lebenden:
Es sollten fortan landesweit in Städten und Kommunen schöne Parks und Gärten angelegt werden, in welche die Grabmale, Grabsteine und Bronzeplatten von abgelaufenen und nicht weiter verlängerten Grabstätten verbracht und aufgestellt werden. Auch die Toten haben weiterhin eine Würde und sind ebenso Teil der Gesellschaft wie auch der Lebenden. Sie sind die Vergangenheit aus der die Gegenwart erklärbar bleibt - und bleiben im Herz und Leben ihrer Lieben.
Es ist ein unaussprechlicher Skandal, dass Grabsteine von abgelaufenen Grabstätten zu Straßenschotter zermahlen, Bronzeplatten von Urnengräbern eingeschmolzen werden. Man radiert die Reste des Lebens eines Menschen einfach vollkommen und restlos aus.
Was ist das denn für ein Umgang mit Würde, Toten, Lebenden? Es können sich bei weitem nicht alle leisten, einen Grabstein als Gedenkstein mit in den eigenen Garten zu nehmen, wenn das Grab denn abläuft - da nicht alle über einen Garten verfügen - oder aber auch kein Geld mehr haben, um die Grabstätte weiter beliebig zu verlängern. Also werden in Folge die Reste des Grabes in Form des Grabsteines ausgelöscht und zu Straßenschotter zermahlen.
Wie geht man hier mit Erinnerungskultur, Würde und den Toten um? Es ist unaussprechlich schrecklich. Es ist bereits ein Skandal, dass gesellschaftlicherseits Menschen, deren Leben im Weichen begriffen ist, als unnütz und ineffizient abgeschoben werden — und alleine und einsam ihr Dahinschwinden erleben müssen. So, wie es ja auch gesellschaftlicherseits als guter Ton anerkannt ist, ein Patiententestament zu verfassen, um ein selbst als nicht 100 Prozent perfekt begriffenes Leben sogleich und umgehend zu beenden — und idealerweise später seine Oberreste effizient im Meer zu verteilen, um den Hinterbliebenen keine Arbeit zu machen und alles sogleich auszuradieren.
Diese 'Kultur', die letztlich leider überhaupt keine ist, sondern bloß das Wort der Barbarei verdient, macht leider auch vor den Toten nicht halt, die entgegen jeder Würde, jedem Wert, jedem Anstand mit ihrer letzten Erinnerung in Form der Grabmale restlos ausgelöscht und zu Straßenschotter zermahlen werden.
Ein wertiger Umgang mit Würde, Toten und Lebenden — denn es gibt immer Hinterbliebene — sieht ganz anders aus. Auch die Toten haben eine Würde und sind Teil der Gesellschaft und der Lebenden. Sie sind die Vergangenheit aus der die Gegenwart erklärbar bleibt — und bleiben im Herz und Leben ihrer Lieben.
Darum sollten landesweit in Städten und Kommunen schöne Parks und Gärten angelegt werden, in welche die Grabmale, Grabsteine und Bronzeplatten von abgelaufenen und nicht weiter verlängerten Grabstätten verbracht und aufgestellt werden. Für eine andere Erinnerungskultur — und einen liebevolleren Umgang mit den Toten — auch für die Hinterbliebenen und die Lebenden.